Herausforderungen rund um Weihnachten und Silvester

Tipps und Anregungen für Menschen mit Parkinson

Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel sind für viele Menschen eine Zeit der Besinnung, der Familie und der Freude. Für Menschen mit Parkinson und ihren Angehörigen bringen diese Tage jedoch oft besondere Herausforderungen und Emotionen mit sich. Neben den festlichen Aktivitäten spielen Themen wie Mobilität, Routinen und emotionale Belastung eine wichtige Rolle

Herausforderungen rund um Weihnachten und Silvester

Parkinsonerkrankte profitieren von festen Routinen. Die Feiertage bringen jedoch häufig ungewohnte Abläufe und Termine, was Unruhe oder Stress auslösen kann.

Motorische Einschränkungen: 

Gemeinsame Aktivitäten, wie Plätzchenbacken oder Spaziergänge im Winter, können für Betroffene mühsamer sein und Anpassungen erfordern.
 

Emotionale Belastung:

Gefühle von Überforderung, Traurigkeit oder Einsamkeit sind in dieser Zeit nicht selten – sowohl bei Erkrankten als auch bei Angehörigen.
 

Gesellschaftliche Erwartungen: 
Der Wunsch, „funktionieren“ zu müssen oder Traditionen aufrechtzuerhalten, kann zusätzlichen Druck verursachen.

Tipps für ein gelungenes Fest

  • Realistische Planung:
    Planen Sie die Feiertage bewusst und setzen Sie Prioritäten. Weniger ist oft mehr – konzentrieren Sie sich auf wenige, dafür wichtige Aktivitäten. Akzeptieren Sie, dass nicht alles wie früher ablaufen muss.
  • Routinen beibehalten:
    Versuchen Sie, feste Essens- und Medikamentenzeiten auch an den Feiertagen einzuhalten. Dies gibt Sicherheit und Struktur.
  • Hilfsmittel nutzen:

Greifen Sie auf Hilfsmittel zurück, um alltägliche Aufgaben zu erleichtern, und bitten Sie Familie oder Freunde gezielt um Unterstützung. 

  • Offen kommunizieren:
    Sprechen Sie offen über Ihre Bedürfnisse und Grenzen. Angehörige und Freunde sind oft dankbar für Hinweise, wie sie helfen können.
  • Pausen einplanen:
    Reservieren Sie bewusst Auszeiten, um sich zu erholen. Ein kurzer Spaziergang oder ein ruhiges Viertelstündchen können Wunder wirken.
  • Gemeinsam genießen:

Konzentrieren Sie sich auf das, was möglich ist. Gemeinsames Singen, ein Spieleabend oder das Anschauen alter Fotos schaffen Nähe und Freude – auch ohne großen Aufwand.

Vorhalten von Medikamenten

Eine kontinuierliche Einnahme von Medikamenten ist für viele chronisch erkrankte Menschen essenziell. Ein Versäumnis kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Besonders während der Feiertage, wenn die Versorgung eingeschränkt ist, sollte darauf geachtet werden, rechtzeitig ausreichend Medikamente vorrätig zu haben.

Empfehlungen zur Vorbereitung auf die Feiertage

  • Bestandsaufnahme: Überprüfen Sie rechtzeitig vor den Feiertagen Ihren Medikamentenvorrat. Beachten Sie dabei nicht nur Ihre Dauermedikation, sondern auch Bedarfsmedikamente wie Schmerzmittel, Notfallmedikamente oder Verbandsmaterial.‘
  • Rezept rechtzeitig besorgen: Vereinbaren Sie frühzeitig einen Termin bei Ihrer Hausarztpraxis oder kontaktieren Sie Ihren behandelnden Arzt, um notwendige Rezepte vor den Feiertagen zu erhalten.
  • Vorrat auffüllen: Besuchen Sie Ihre Apotheke und besorgen Sie sich alle benötigten Medikamente in ausreichender Menge, um die Feiertage abzudecken. Denken Sie auch an die Öffnungszeiten der Apotheken und eventuelle Notdienste.
  • Aufbewahrung beachten: Lagern Sie Ihre Medikamente gemäß den Hinweisen auf der Verpackung, insbesondere wenn eine spezielle Lagerung (Kühlung etc.) erforderlich ist.
  • Notrufnummern bereithalten: Informieren Sie sich über die Notfallnummern von Apotheken und ärztlichen Bereitschaftsdiensten in Ihrer Region.Reisen über die Feiertage:
  • Wenn Sie verreisen, planen Sie Ihren Medikamentenbedarf für die gesamte Dauer der Abwesenheit und packen Sie die erforderlichen Medikamente in Ihr Handgepäck.
  • Besondere Medikamente: Bei Medikamenten, die gekühlt werden müssen oder bei Betäubungsmitteln, informieren Sie sich über spezielle Aufbewahrungs- und Transportvorschriften.

Familienmitglieder mit Medikamentenbedarf 

  • Denken Sie auch an die Versorgung von Kindern, älteren Angehörigen oder Haustieren, falls diese regelmäßig Medikamente benötigen.

Mit einer frühzeitigen Planung und Organisation kann die sichere Versorgung mit Medikamenten während der Feiertage gewährleistet werden. So vermeiden Sie Engpässe und können die Feiertage entspannt genießen.

Unterstützung für Angehörige

Auch für Angehörige ist die Weihnachtszeit oft eine emotionale Herausforderung. Der Spagat zwischen Organisation, Rücksichtnahme und eigenen Bedürfnissen kann ermüden. Achten Sie auf sich selbst, akzeptieren Sie Hilfe von außen und suchen Sie das Gespräch mit anderen Betroffenen, sei es im Freundeskreis, im Aktionskreis, in der Selbsthilfegruppe. Kurze Auszeiten, kleine eigene Rituale oder das Teilen von Aufgaben können helfen, die Balance zu halten.

Mit Zuversicht ins neue Jahr starten

Der Jahreswechsel lädt dazu ein, innezuhalten und gemeinsam nach vorne zu blicken. Setzen Sie sich realistische, kleine Ziele und feiern Sie gemeinsam die Erfolge – sei es ein schöner Ausflug, ein gelungenes Festessen oder einfach das Miteinander. Auch mit Parkinson kann das neue Jahr Chancen und schöne Momente bereithalten.

Weihnachten und Silvester sind für Parkinsonerkrankte und ihre Angehörigen eine besondere Zeit, die Herausforderungen, aber auch viele Möglichkeiten für Gemeinschaft und Freude bietet. Mit Offenheit, Flexibilität und gegenseitiger Unterstützung lassen sich die Feiertage trotz Einschränkungen genießen. Denken Sie daran: Sie sind nicht allein – und jeder Moment zählt.

Eine gesegnete Weihnachtszeit

und alles Gute im neuen Jahr